Ingo R. Titze Research & Consulting

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Der Markt für (Unterhaltungs-) Elektronik

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1. Segmentstruktur der (Unterhaltungs-) Elektronik, Marktvolumen und Anbieter

Eine einheitliche Definition für den Bereich der (Unterhaltungs-) Elektronik bzw. Technik gibt es bis dato nicht. Die wichtigsten Bestandteile dieses Segments lassen sich jedoch wie folgt aufschlüsseln:

  • Großelektro: z.B. Waschmaschinen, Geschirrspüler, Herde, Ofen, Mikrowellengeräte, Kühlschränke, Staubsauger
  • Kleinelektro: z.B. Toaster, Küchenmaschinen, Kaffeemaschinen, Haartrockner, Elektrorasierer, Lampen, Zubehör
  • Unterhaltungselektronik (Consumer Electronics): Fernsehgeräte, HiFi Systeme, Videokonsolen, Telekommunikation
  • Computer Hard- und Software
  • Musik CDs, Film-DVDs
  • Foto / Optik

Das Gesamtsegmentvolumen für Elektronik- bzw. Technikprodukte liegt bei ca. € 40,1 Mrd. (beinhaltet Groß- / Kleinelektro, Unterhaltungselektronik, Multimedia, Foto und Optik). Nebenstehende Abbildung verdeutlicht die starke Marktpräsenz der Elektrofachmärkte MediaMarkt und Saturn, die dieses Format quasi dominieren. Die Mehrzahl der früher marktbeherrschenden kleinen Anbieter hat sich heute in Einkaufskooperationen wie z.B. Electronic Partner, Expert oder Euronics verbündet. Kaufhäuser haben ihre Aktivitäten selbst im Unterhaltungselektronikbereich deutlich reduziert. Bei den Versendern und insbesondere im E-Commerce-Bereich ist ein sehr intensiver Preiswettbewerb (wie überall in der Branche) zu beobachten, da hier eine unüberschaubare Anzahl an Kleinsthändlern am Markt tätig ist, deren einzige Profilierung oftmals über den Preis erfolgt. Die SB-Warenhäuser und der Großhandel (insb. Metro Cash & Carry) haben zwar Elektronikprodukte in ihren Sortimenten, werden in ihrer Kompetenz jedoch nicht so stark wahrgenommen wie die Elektrofachmärkte, zumal es hier nicht um ihr Kerngeschäft geht.

Für das Stationärgeschäft sind die größten Anbieter nachfolgend aufgeführt:

Unternehmen Umsatz (€ Mrd.) Anzahl Geschäfte
MediaMarkt / Saturn 8,4 367
Euronics 3,5 1.869
Electronic Partner 3,2 3,240
expert 2,85 400

2. Kategorien

Das Marktvolumen für Großelektroprodukte lässt sich auf etwa € 7,5 Mrd. beziffern. Es gilt als vergleichsweise serviceintensiv, da in der Regel Anlieferung, Montage / Einbau und Wartung nicht durch den Kunden selbst erfolgen. Daher verwundert es nicht, dass der stationäre Handel hier generell gute Umsatzchancen gegenüber dem Online-Handel hat. Insbesondere die Elektrofachmärkte haben hier weitere Vorteile gegenüber kleineren Anbietern, da sie eine umfassende Warenpräsentation und Bevorratung aufgrund ihrer großen Verkaufsflächen sicherstellen können.

Kleinelektroprodukte unterliegen hingegen einem intensiven Wettbewerb zwischen verschiedensten Formaten, da sie aufgrund von kompakten Maßen und geringem Gewicht normalerweise gut für den Versand geeignet sind. Nachdem der E-Commerce lange Zeit eher für Computerelektronik als Vertriebskanal in Frage kam, werde nun auch zunehmend elektrische Zahnbürsten, Haartrockner, Rasierer und weitere Produkte online eingekauft. Das Volumen dieser Kategorie wird auf € 3 Mrd. geschätzt. Die Zukunftsaussichten sind vor allem deshalb gut, da kleinere Geräte häufiger ersetzt werden - nicht immer aus technischen Gründen. Neue Produkteigenschaften und verbessertes Design sind zentrale Gründe für neue Anschaffungen. Insbesondere Kaffeemaschinen mit Pad-Technologie haben einen wahren Boom erlebt, zumal diese das klassische Filterbrühsystem abgelöst haben und verschiedene Kaffeesorten und -spezialitäten in kleinen Kapseln eine größere Vielfalt erlauben.

Der Bedarf an Elektronikzubehör ist ein Bereich, der teilweise der Kleinelektrokategorie zugerechnet wird. Mit Kabeln, Kopfhörern, Batterien, Adaptern, Halterungen usw. wird ein jährlicher Umsatz von ca. € 5,5 Mrd. generiert. Würde man zudem Lampen und Leuchten dieser Kategorie zurechnen, würde deren Volumen nochmals um etwa € 4 Mrd. zunehmen, wobei dies jedoch auch gewerbliche Umsätze mit einbeziehen würde.

Die dritte Kategorie umfasst die Unterhaltungselektronik. Fernsehgeräte, HiFi-Systeme und Videospiele haben ebenso wie die mobile Telekommunikation in den vergangenen Jahren einen Boom erlebt. Im Fernsehbereich war dies die Einführung von Flachbildschirmen auf Basis neuer Technologien und somit die Ablösung der konventionellen Röhrenapparate. Im HiFi-Bereich haben sich Surround-Systeme glänzend verkauft. Der Videospielsektor hat ein Revival erlebt, zumal er der konventionellen Computertechnik in der speziellen Hardwarearchitektur enteilen konnte. Der "Spielcomputer" wurde in der Folge von der an den Fernseher angeschlossenen Videokonsole abgelöst. Die mobile Telekommunikationstechnik erstreckt sich nun zunehmend auch auf den Datentransfer (auf Basis UMTS und GPRS). Es ist daher nachvollziehbar, dass diese Kategorie eine Gesamtgröße von nunmehr € 18 Mrd. repräsentiert.

Computer Hard- und Software verkörpern ein Marktvolumen von € 30 Mrd. Stationäre Systeme werden immer mehr von mobilen Lösungen verdrängt. Durch die Einführung stark Internet-basierender Geräte sind Notebooks für fast jeden erschwinglich geworden. Diese werden dann in der Regel (und notwendigerweise) mit mobilen Telekommunikationslösungen ausgestattet.

Entgegen der bisher geschilderten Erfolgskategorien haben Medien wie Musik-CDs und Film-DVDs stark an Umsatz eingebüßt. Das (illegale) Herunterladen von Musikalben und neusten Filmen aus dem Internet hat diesen Bereich schwer getroffen und mitunter sein traditionelles Vertriebsmodell in Frage gestellt. Zudem sind viele Künstler zu unabhängigen Labels abgewandert und haben sich entschieden, ihre Musik teilweise kostenlos zum Download anzubieten. Einnahmen erzielen viele Musiker heute schwerpunktmäßig durch Liveauftritte und Konzerte. Das Volumen dieser Kategorie wird somit noch auf etwa € 3,3 Mrd. geschätzt, mit weiter fallender Tendenz.

Abschließend sind noch Optik und Foto als eigenständige Produktkategorie zu erwähnen. Mit Einführung der Digitalfotografie hat auch dieser Bereich einen wahren Boom erlebt. Die weitere Entwicklung der Digitaltechnik sorgt auch hier für eine fortlaufende Nachfrage nach neuster Technologie und neuen Modellen. € 4,8 Mrd. ist der geschätzte Umsatz für diesen Bereich.

 
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News

Wussten Sie schon?

Ingo R. Titze Research & Consulting ist Mitglied der British Chamber of Commerce in Germany.


 

05. Juli 2010: Deutscher Markt für Unterhaltungselektronik robust

Im Vergleich zum europäischen Durchschnitt wird sich der deutsche Markt für Unterhaltungselektronik in diesem Jahr wahrscheinlich gut entwickeln. Nach Angaben des Branchenverbandes Bitkom wird für 2010 nur ein leichtes Umsatzminus von 0,4 Prozent auf 12,3 Mrd. Euro erwartet. Der EU-Markt lässt hingegen stark nach und fällt um 8,3 Prozent auf 54,1 Mrd. Euro. Insbesondere Flachbildfernseher verkaufen sich gut in Deutschland - es wird ein Umsatzzuwachs von 2,9 Prozent auf 6,1 Mrd. Euro prognostiziert. Auch digitale Set-top Boxen und BluRay Player werden Zuwächse verzeichnen können. Deutschland ist der größte Ländermarkt für Unterhaltungselektronik in der EU.


 

19. Mai 2010: 60 Prozent der Deutschen shoppen online

Eine kürzlich von Forsa/Bitkom durchgeführte Umfrage hat festgestellt, dass inzwischen 60 Prozent der Deutschen über 14 Jahren im Internet einkaufen. Dies entspricht einem Zuwachs von 10 Prozentpunkten im Vergleich zum Jahr 2008. Online-Zahlungssysteme wie Paypal, T-Pay oder Click-and-Buy spielen in dieser Entwicklung eine nicht unbedeutende Rolle. 17 Prozent der Bevölkerung haben bereits eines dieser Systeme genutzt (+6 Prozentpunkte zum Vorjahr). Am beliebtesten sind diese Systeme in der Altersgruppe der 30 bis 40-jährigen. Dort sind 29 Prozent bei mindestens einem Bezahlsystem registriert. Nichtsdestotrotz sind klassische Papierrechnungen nach wie vor die beliebteste Bezahlform für Online-Bestellungen, gefolgt von Vorkasse, Bankeinzug, und Nachnahme. Kreditkarten werden am wenigsten verwendet.


 

20. April 2010: Bierkonsum in Deutschland weiter hoch

Im vergangenen Jahr betrug der Gesamtkonsum von Bier und Biermischgetränken (exklusive nichtalkoholisches Bier und Malztrunk) insgesamt 86,1 Millionen Hektoliter. Dies entspricht einem Pro-Kopf Verbrauch von 121,4 Litern aller Personen ab 15 Jahren. Statistisch lässt sich somit feststellen, dass jeder Bierkonsument im Durchschnitt eine kleine Flasche Bier (0,33 Liter) pro Tag trinkt.


 

25. März 2010: 2,9 Millionen Käufer von E-Books erwartet
Nach einer representativen Umfrage für den Branchenverband Bitkom zufolge kann dieses Jahr mit bis zu 2,9 Millionen Konsumenten gerechnet werden, die ein E-Book zu kaufen beabsichtigen. Dies entspräche einer Wachstumsrate zum Vorjahr von 32 Prozent. Es wird erwartet, dass sich E-Books zunächst im Bereich der Fachliteratur durchsetzen werden, da insbesondere hier von Suchfunktionen Gebrauch gemacht wird. Dennoch sind auch jüngere Konsumenten (zwischen 14 und 24 Jahren) am Erwerb von E-Books interessiert - jede(r) zehnte plant in dieser Gruppe eine Anschaffung.